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Name des Begriffes: Aminosäure

Kurze Einführung

  • Das Körpergewebe besteht aus Milliarden von Zellen. Jede Zelle enthält Eiweiss.
  • Man kennt ungefähr 500 Aminosäuren. Für die menschliche Gesundheit sind vor allem 22 Aminosäuren wesentlich: 9 essentielle Aminosäuren, 7 nicht essentielle Aminosäuren und 6 bedingt essentielle Aminosäuren.
  • Da der Körper selbst keine essentiellen Aminosäuren bilden kann, müssen diese über die Nahrung aufgenommen werden. Nicht essentielle Aminosäuren können im Körper aus anderen Molekülen gebildet werden. Bedingt essentielle Aminosäuren braucht der Körper nur während starker Wachstumsphasen oder bei Krankheit.
  • Essentielle Aminosäuren: Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin.
  • Nicht essentielle Aminosäuren: Alanin, Asparaginsäure, Cystein, Cystin, Glutaminsäure, Tyrosin, Hydroxyprolin.
  • Bedingt essentielle Aminosäuren: Arginin, Asparagin, Glutamin, Glycin, Serin, Prolin.
  • Das Symbol für Aminosäuren besteht meistens aus 3 Buchstaben oder 1 Buchstaben (z. B. Histidin = His oder H).
  • Tierisches Eiweiss enthält nahezu den gleichen Anteil jeder essentiellen Aminosäure wie menschliches Eiweiss und wird als komplettes Protein bezeichnet, das eine hohe biologische Wertigkeit (BV) besitzt.
  • Pflanzliche Eiweisse beinhalten nicht die notwendige Vielfalt an Eiweissen und werden daher als inkomplette Proteine bezeichnet. Sie besitzen eine niedrige biologische Wertigkeit (BV).

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

    Aminosäuren findet man in Protein:

    • Tierisches (komplettes) Protein: Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte sowie Eier.
    • Pflanzliches (inkomplettes) Protein: Brot, Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.

    Hauptfunktion

    • Aminosäuren spielen eine zentrale Rolle als Bausteine von Proteinen sowie als strukturelle und funktionelle Komponente der Körperzellen. Aminosäuren sind verantwortlich für das Wachstum, Erhaltung und Erneuerung aller Körperzellen in ihrer Funktion als Zwischenprodukte des Stoffwechsels.

    Mangelerkrankungen

    • Ist eine bestimmte Aminosäure nur ungenügend vorhanden, behindert dies die Funktion der anderen Aminosäuren, was sich negativ auf die Proteinsynthese auswirkt.
    • Ein Proteinmangel wirkt sich auf alle Organe und viele Körperfunktionen aus einschliesslich des Gehirns und der Gehirnfunktionen von Babys und Kleinkindern. Weitere Nebenwirkungen sind ein geschwächtes Immunsystem mit erhöhtem Infektionsrisiko, eine verminderte Darmschleimhautfunktion sowie erhöhte Darmdurchlässigkeit; die Anfälligkeit für systemische Erkrankungen sowie eine verminderte Nierenfunktion.
    • Die physischen Anzeichen von Proteinmangel sind Wassereinlagerungen, Wachstumsstörungen bei Babys und Kindern, Verlust der Muskelmasse, fahle Haut und Veränderungen von Farbe und Struktur der Haare.
    • Gefährdet: schwangere Frauen (Gefahr von Babys mit zu niedrigem Geburtsgewicht), Kinder (Wachstumsstörungen), Vegetarier und Veganer (die pflanzliche Ernährung deckt nicht immer den Bedarf an den neun essentiellen Aminosäuren).


    Für die essentiellen Aminosäuren wurden pro Alterskategorie Referenzwerte (empfohlene Tagesdosis) definiert. Dasselbe gilt auch für Proteine.

    Synonyme: Aminosäuren

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