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Name des Begriffes: Fructo-Oligosaccharide

Kurze Einführung

  • Fructo-Oligosaccharide (FOS), auch bekannt als Oligofructose, gehören zur Gruppe der Präbiotika oder präbiotischen Ballaststoffen.
  • FOS: Fructo-Oligosaccharide, beispielsweise Inulin, sind pflanzlichen Ursprungs und werden aus Chicoréewurzeln gewonnen. Chemische Struktur: Kette von Fructosemolekülen mit einem Glucosemolekül am Ende.
  • Präbiotische Ballaststoffe (generell Oligosaccharide wie GOS und FOS = Fructo-Oligosaccharide) sind fermentierbare Nahrungsfasern.
  • Fermentierbare Nahrungsfasern (wie FOS und GOS) können eine Reihe von gesundheitlichem Nutzen bieten, indem sie die Zusammensetzung der Darmflora (Bakterien, die im Darm leben) verändern. Fermentierbare Nahrungsfasern können nicht verdaut (aber fermentiert) werden und beeinflussen daher positiv das Wachstum und die Funktion der nützlichen Bakterien (Bifidobakterien und Laktobazillen).
  • Ein vermehrtes Wachstum von Bifidobakterien und Milchsäurebakterien gilt als förderlich für die Gesundheit.
  • Es werden häufiger Veränderungen von Bifidobakterien als von Milchsäurebakterien festgestellt, da der menschliche Darm mehr von Bifidobakterien als von Milchsäurebakterien besiedelt ist, die eine Vorliebe für Oligosaccharide haben.
  • Nährwert unverdaulicher Oligosaccharide: 1–2 kcal pro g.
  • Muttermilch enthält mehrere wasserlösliche Oligosaccharide (humane Milch-Oligosaccharide – HMOS). Die Konzentration liegt bei 1,2–1,4 g pro 100 ml.
  • Präbiotische Oligosaccharide wie FOS (und GOS) werden häufig der Baby- und Kleinkindernahrung zugesetzt.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Zwiebel, Chicorée, Knoblauch, Spargel, Banane, Topinambur, Lauch, Getreide wie Weizen und Gerste.
  • Kann industriell aus Chicorée hergestellt werden.

Hauptfunktion

Wirkungsmechanismus

  • GOS und/oder FOS widerstehen der Hydrolyse (dem Abbau) durch Enzyme im Magen-Darm-Trakt und der Absorption. Die Oligosaccharide werden in den Dickdarm befördert.
  • Im Dickdarm werden GOS und FOS von Bifidobakterien und Milchsäurebakterien, den sogenannten nützlichen Bakterien, mittels Fermentierung abgebaut. Diese Bakterien benötigen GOS und FOS für ihr eigenes Wachstum.
  • Während dieses Fermentierungsvorgangs werden kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) gebildet.
    • Diese SCFAs senken den pH-Wert im Dickdarm (das Milieu wird saurer), wodurch das Wachstum und das Überleben von Pathogenen (schädlichen Eindringlingen) verhindert und das Wachstum der nützlichen Bakterien (Bifidobakterien und Milchsäurebakterien) begünstigt wird.
    • SCFAs: Acetat, Propionat, Butyrat – jeweils mit ihrer eigenen Auswirkung. Butyrat wirkt sich vorteilhaft auf die Gesundheit des Dickdarms aus und ist eine Energiequelle für die Epithelzellen (Zellschichten an der Dickdarmwand) des Dickdarms. Butyrat macht die Darmwand mittels einer erhöhten Ausscheidung von Schleim schlechter durchlässig und stärkt damit seine Präventivwirkung gegen Krankheiten. Darüber hinaus fördert Butyrat die normale Differenzierung (Spezialisierung) und Proliferation (Vermehrung) der Zellen.
    • SCFAs unterstützen die Regulierung der Natrium- und Wasserabsorption und können die Absorption von Kalzium und anderen Mineralstoffen erhöhen.
  • Die Förderung des Wachstums von Bifido- und Milchsäurebakterien verhindert, dass sich Pathogene (schädliche Keime) an der Darmschleimhaut festsetzen. Je mehr Raum und Nährstoffe von nützlichen Bakterien eingenommen werden, desto weniger Raum und Nährstoffe bleiben für schädliche Bakterien übrig.
  • Durch vermehrtes Wachstum der nützlichen Bakterien erhöht sich das Volumen (Biomasse) der Bakterien. Dadurch wird der Stuhl schwerer und weicher (und dies fördert die Entleerung).


Zahlreiche Studien belegen, dass Präbiotika durch das Wachstum nützlicher Bakterien und die SCFA-Produktion zu mehr Abwehrkräften gegen Infektionen beitragen und die Darmimmunität positiv beeinflussen. 

  • Senkung der Auftretenshäufigkeit und Dauer von Durchfall (ausgelöst durch Infektionen und Antibiotika).
  • Reduzierung von Entzündungen und Symptomen im Zusammenhang mit entzündlichen Darmerkrankungen.
  • Schutzwirkung gegen Darmkrebs.
  • Verbesserung der Wirkung von Mineralstoffen, wie Kalzium, Magnesium und möglicherweise auch von Eisen.
  • Senkung der Risikofaktoren für Herz- und Gefässerkrankungen.
  • Präbiotika fördern das Sättigungsgefühl, erleichtern Gewichtsverlust und bieten Schutz vor Fettleibigkeit.
  • Schutzwirkung gegen allergische Reaktionen.
  • Fördern einen grösseren Stuhl und die Darmfunktion.


Studien an Säuglingen/Kleinkindern 

  • Präbiotika verbessern die Abwehrkräfte gegen Infektionen und wirken sich positiv auf das Immunsystem des Säuglings bzw. Kleinkinds aus.
  • Weitere Vorteile sind die höhere Produktion von SCFAs, die Förderung des Wachstums und/oder der Aktivität von nützlichen Bakterien, die Hemmung des Wachstums und/oder der Aktivität pathogener Bakterien, verbesserte Stuhleigenschaften und eine verbesserte Absorption bestimmter Mineralstoffe.
  • Die geringere Infektionshäufigkeit bei gestillten Säuglingen im Vergleich zu Säuglingen, die Flaschennahrung ohne Präbiotika erhalten, hängt mit der höheren Konzentration von Bifido- und Milchsäurebakterien zusammen, die dafür bekannt sind, dass sie pathogenhemmende Eigenschaften besitzen.
  • Der Stuhl von Säuglingen, die mit Präbiotika angereicherte Flaschennahrung erhalten, weist eine ähnliche Eigenschaft auf wie der von gestillten Säuglingen.


Für Fructo-Oligosaccharide (FOS) wurden keine Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) festgelegt.

Synonyme: FOS, Frukto-Oligosaccharide

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