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Name des Begriffes: Lactoferrin

Kurze Einführung

  • Lactoferrin ist ein eisenbindendes Protein in der Muttermilch. Es ist im Kolostrum (erste Muttermilch) zu finden und ein sehr bioaktives Molkeneiweiss.
  • Lactoferrin ist auch in Körperflüssigkeiten enthalten, beispielsweise in Tränenflüssigkeit, im Speichel, im Magen-Darm-Saft, im Blutplasma und in Atemwegssekreten (Nase und Bronchien).

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Die Konzentration von Lactoferrin ist im menschlichen Kolostrum (Vormilch) am höchsten (7,0 g/l) und sinkt in der reifen Milch auf ca. 1,0 g/l. In der Kuhmilch ist mit 0,83 g/l im Kolostrum und 0,09 g/l in der reifen Milch weitaus weniger Lactoferrin enthalten als in der Muttermilch.

Hauptfunktion

  • Antimikrobielle Wirkung: Lactoferrin schützt gegen eine breite Palette schädlicher Mikroorganismen, darunter Bakterien, Viren, Schimmel und Parasiten.
  • Schützt gegen Infektionen des Magen-Darm-Trakts, indem es Eisen so stark bindet, dass es Pathogenen (Krankheitserregern) nicht mehr zur Verfügung steht.
  • Indem es die Überlebensmöglichkeiten schädlicher Bakterien einschränkt, fördert es das Wachstum der nützlichen Bakterien (wie den Bifidobakterien und Laktobazillen) im Darm, was den Lebensraum der Pathogenen weiter verringert.
  • Studien belegen die positive Wirkung von Lactoferrin auf Entzündungen des Magen-Darm-Trakts (Reizungen, Infektionen), da es das Wachstum nützlicher Bakterien im Darm stimuliert.
  • Darüber hinaus greift Lactoferrin bestimmte Pathogene direkt an.
  • Da Lactoferrin den Grossteil des Eisens in der Muttermilch bindet, erleichtert es die Resorption (Aufnahme) von Eisen im Dünndarm von Säuglingen und den Eisentransport zu den Zellen. Stillkinder verfügen dadurch im Alter von sechs Monaten generell über einen ausreichenden Eisenstatus, trotz des geringen Eisengehalts in der Muttermilch.
  • Eine Supplementierung von Lactoferrin kann den Eisenstatus bei Säuglingen und Schwangeren verbessern.

 

Studien

  • Lactoferrin besitzt ausgezeichnete antivirale Eigenschaften. Beispielsweise hat es einen positiven Einfluss auf grippeinfizierte Zellen und leistet damit einen Beitrag zur Zerstörung des Grippevirus.
  • Lactoferrin ist an der Funktion des Immunsystems beteiligt. Darüber hinaus kann es die Immunität der Haut fördern und allergische Reaktionen verhindern, indem es Reaktionen des Immunsystems gegenüber Hautallergenen fördert.
  • Lactoferrin kann tumorhemmende Eigenschaften aufweisen und das Tumorwachstum bremsen.
  • Lactoferrin kann die Knochenbildung fördern und einen Beitrag zur Vorbeugung der Osteoporose (schwache, spröde Knochen – erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen) leisten, indem es das Wachstum der als Osteoblaste bezeichneten, knochenbildenden Zellen anregt.
  • Lactoferrin hat die Fähigkeit, in einigen Reaktionen als Enzym zu wirken und besitzt antioxidative Eigenschaften.
Synonyme: Laktoferrin

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