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Name des Begriffes: Jod

Kurze Einführung

  • Jod ist ein Spurenelement mit dem Symbol I.
  • Die Schilddrüse (im Hals unterhalb des Kehlkopfes) enthält den grössten Jodanteil im menschlichen Körper.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Der Jodgehalt der meisten Lebensmittel hängt vom Jodgehalt im Boden ab.
  • Fisch und Meeresfrüchte sind reich an Jod, da Meerestiere Jod aus Meerwasser konzentrieren können. Meeresalgen sind eine konzentrierte Jodquelle.
  • Hauptquellen: Milch und Milchprodukte.
  • In vielen Ländern wird Jod dem Speisesalz zugesetzt. Auch Brot kann jodiertes Salz enthalten.

Hauptfunktion

  • Das Jod in der Schilddrüse ist zur Bildung der Schilddrüsenhormone Triiodothyronin (T3) und Thyroxin (T4) erforderlich, die für eine normale Funktion der Schilddrüse wesentlich sind.
  • Die Schilddrüse nimmt Jod aus dem Blut auf und produziert daraus die Schilddrüsenhormone, die bei Bedarf in den Blutkreislauf abgegeben werden.
  • Die Schilddrüsenhormone (und damit indirekt auch Jod) werden für zahlreiche Prozesse im Körper benötigt, wie z. B. das Wachstum und die Regulierung des (Energie-) Stoffwechsels. Für den gesunden Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone spielen ausserdem noch andere Spurenelemente eine Rolle, beispielsweise Selen.
  • Die Schilddrüsenhormone sind im Gehirn für die sogenannte Myelinisierung des zentralen Nervensystems erforderlich. Darunter wird die Bildung der Markscheide (einer Umhüllung der Nervenfasern) verstanden, um die schnelle und effiziente Weiterleitung der Nervenimpulse zu gewährleisten.

Mangelerkrankungen

  • In Gebieten, in denen jodiertes Speisesalz verwendet wird, ist ein Jodmangel selten, weltweit kommt er jedoch häufig vor.
  • Das Krankheitsbild des Jodmangels (Iodine Deficiency Disorders, IDD) wird durch eine unzureichende Versorgung mit Jod verursacht, die Auswirkungen auf das Wachstum und die Entwicklung (des Gehirns) hat.
  • Bei einer Unterversorgung mit Jod vergrössert sich die Schilddrüse bei dem Versuch, mehr Schilddrüsenhormon zu produzieren. Diese als Kropf bzw. Struma bezeichnete Schilddrüsenvergrösserung ist das sichtbarste Zeichen eines Jodmangels.
  • Ein länger anhaltender Jodmangel führt zur Schiddrüsenunterfunktion (Hypothyreoidismus), bei der nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert werden. Zu den Symptomen dafür gehören trockene Haut, Haarausfall, Müdigkeit und verlangsamte Reflexe.
  • Beim sich entwickelnden Fötus, Säugling oder Kleinkind kann der Jodmangel schwerwiegende Folgen haben. Beispielsweise Zwergwuchs, verminderte Intelligenz und Retardierung (Zurückgebliebenheit).
  • Ein schwerer Jodmangel kann Kretinismus verursachen (schwere körperliche und geistige Entwicklungsstörungen) und die kognitive Entwicklung bei Kindern beeinträchtigen.
  • Jodmangel ist weltweit eine der häufigsten Ursachen vermeidbarer Gehirnschäden und mentaler Retardierung mit einem IQ, der 10 bis 15 Punkte unter dem normalen IQ liegt.

Empfohlene Tagesdosis

Aktuelle Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) 
Institute of Medicine (IOM)

AlterskategorieTagesdosis

Schwangerschaft
Stillzeit

220 μg (RDA)
290 μg (RDA)
Säuglinge 6 – 12 Monate130 μg (AI)
Kinder
 1 – 3 Jahre
 4 – 8 Jahre
90 μg (RDA)
90 μg (RDA)
Männer
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
120 μg (RDA)
150 μg (RDA)
150 μg (RDA)
150 μg (RDA)
150 μg (RDA)
150 μg (RDA)
Frauen
 9 – 13 Jahre
14 – 18 Jahre
19 – 30 Jahre
31 – 50 Jahre
50 – 70 Jahre
> 70 Jahre
120 μg (RDA)
150 μg (RDA)
150 μg (RDA)
150 μg (RDA)
150 μg (RDA)
150 μg (RDA)

 

AI = angemessene Aufnahme (Adequate Intake).
RDA = Empfohlene Tagesdosis (Recommended Dietary Allowance).

Synonyme: Jod

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