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Name des Begriffes: Taurin

Kurze Einführung

  • Taurin zählt zu den wenigen Aminosäuren, die nicht in Proteine eingebaut werden. Im Grunde handelt es sich bei Taurin um eine schwefelhaltige organische Säure, die jedoch häufig als Aminosäure bezeichnet wird.
  • Taurin kommt in der Netzhaut (innere Augenhaut) sowie im Herzen, im Gehirn, in der Skelettmuskulatur sowie in anderen Organen vor.
  • Es ist in Nahrungsmitteln enthalten, kann jedoch unter Mithilfe von Vitamin B6 im Körper aus den Aminosäuren Methionin und Cystein gebildet werden.
  • Aufgrund der Unreife ihrer Enzymaktivität ist die Taurinsynthese (Produktion) bei Neugeborenen nur begrenzt möglich. Deshalb ist Taurin eine bedingt essentielle Aminosäure, da sie nur in der ersten Lebensphase essentiell ist. Taurin ist auch in der Muttermilch enthalten.

Vorwiegende Quellen in der Nahrung

  • Tierische Nahrungsmittel (nicht pflanzliche Nahrungsmittel), z. B. Fleisch (Rind, Lamm und dunkles Hähnchenfleisch), Meeresfrüchte (Muscheln, Jakobsmuscheln und Garnelen), Fisch (Lachs, Thunfisch und Sardinen).
  • Ausserdem: Eier und die meisten Milchprodukte.

Hauptfunktion

  • Beteiligt an der Entwicklung und Funktion der Netzhaut. Dort ist Taurin kritisch für die Entwicklung der Fotorezeptoren (lichtempfindliche Zellen). Taurin ist ausserdem in anderem Augengewebe enthalten.
  • Wichtiger Bestandteil der Gallensäuren, die für die Resorption von Fetten und fettlöslichen Vitaminen sorgen.
  • Schützt zahlreiche Organe vor Schäden durch oxidativen Stress. Als Antioxidans schützt Taurin die Zellen vor der schädigenden Wirkung freier Radikale (reaktive Nebenprodukte der normalen Zellaktivität), die die Entwicklung zahlreicher chronischer Krankheiten begünstigen können.
  • Es erfüllt eine Vielzahl an Funktionen im zentralen Nervensystem. Es ist beispielsweise an der Neurotransmission (für eine gute Kommunikation zwischen Neuronen, z. B. Gehirnzellen) beteiligt.
  • Taurin ist möglicherweise für die Kontraktionen des Herzmuskels wichtig. Darüber hinaus hat es eine blutdrucksenkende und cholesterinsenkende Wirkung.
  • Ist an der Erhaltung der Stabilität der Zellmembran (der strukturierten Schicht, die die Zelle umschliesst) beteiligt.
  • Notwendig für die normale Funktion der Skelettmuskulatur.

Mangelerkrankungen

  • Ein Taurinmangel ist generell nur schwer feststellbar, da die Symptome denen zahlreicher anderer Erkrankungen ähneln.
  • Symptome: z. B. Sehstörungen, Ängstlichkeit, Depression, extreme Müdigkeit, Bluthochdruck und Entwicklung einer Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels). Bei Neugeborenen kann sich ein Taurinmangel nachteilig auf die Entwicklung von Gehirn und Netzhaut auswirken.
  • Mögliche Ursachen stehen mit anderen Problemen oder Störungen in Zusammenhang. Ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Aminosäuren wie Methionin und Cystein sowie an bestimmten Mikronährstoffen kann die Taurinproduktion im Körper verlangsamen. Gefährdet: Vegetarier und Veganer (die bei ihrer Ernährung auf Fleisch und/oder Eier verzichten).

Empfohlene Tagesdosis

Für Taurin wurden keine Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) festgelegt.

Synonyme: Taurin

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