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Name des Begriffes :

Laktose

Vorkommen/Quelle:

Milch

Einführung:

Laktose oder Milchzucker ist ein Disaccharid und bildet das Hauptkohlenhydrat in der Milch von Säugern. Muttermilch hat, im Vergleich zu allen Säugermilchen, den höchsten Laktosegehalt mit durchschnittlich 7 g/100 ml. 

Funktion:

Laktose dient als schneller Energielieferant für Gehirn, rote Blutkörperchen und Skelettmuskulatur. Laktose spielt aber auch eine wichtige Rolle als Ballaststoff.

Der Stoffwechsel des Säuglings ist noch nicht vollständig ausgereift und kann folglich noch nicht die gesamte Menge an Laktose verdauen. Der Rest wird als Ballaststoff genutzt und von den Darmbakterien fermentiert. Dies fördert das Wachstum gesunder Darmbakterien (Bifidobakterien und Laktobazillen).

Mangelerkrankungen

Hinweis: Im Folgenden wird der Mangel des Enzyms Laktase, und nicht des Nährstoffs Laktose, dargestellt. 

  • Einige Menschen können Laktose nicht richtig verdauen. Dies liegt an einem Mangel des Enzyms Laktase, das sich in der Dünndarmwand befindet (Laktasemangel).
  • Ein Laktasemangel verhindert die Absorption von Laktose. Dadurch wird Laktose nicht oder nur unvollständig hydrolysiert (verdaut) und nur schlecht vom Blut aufgenommen. Die Laktose wird in den Dickdarm befördert. Die Dickdarmbakterien reagieren auf die Laktose, was Beschwerden auslöst.
  • Primärer Laktasemangel wird generell vererbt und tritt kurz nach dem Abstillen ein. Sobald die Nahrung weniger Milch enthält, sinkt die Laktaseproduktion. Bis zur Entwicklung von Symptomen einer Laktoseintoleranz kann es mehrere Jahre dauern. Die niedrigsten Raten einer solchen Intoleranz finden sich in Nordeuropa, die höchsten in einigen Gebieten Afrikas, Ostasiens und bei Ureinwohnern Amerikas.
  • Sekundärer oder vorübergehender Laktasemangel tritt meist vorübergehend im Säuglingsalter auf. Die Ursache sind Verletzungen der Darmzotten im Dünndarm (in denen die Laktase produziert wird) beispielsweise aufgrund einer akuten Magen-Darm-Entzündung. Dadurch ist nicht mehr ausreichend Laktase verfügbar.
  • Kongenitaler Laktasemangel ist eine seltene Erbkrankheit. Von Geburt an ist die Laktaseaktivität eingeschränkt oder sie fehlt ganz. Diese Krankheit hält ein Leben lang an.
  • Die Laktoseintoleranz beschreibt die Symptome, die infolge einer schlechten Laktoseabsorption auftreten, z. B. Blähungen, Flatulenz, übermässige Gasproduktion, Bauchkrämpfe und Durchfall. 

Im Gegensatz zu den Kohlenhydraten wurden für Einfach- und Zweifachzucker keine Richtlinien für die Nährstoffzufuhr (Dietary Reference Intakes, DRIs) festgelegt.


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